Fotos: Wolfgang Kahlke
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Tagesklassiker 2023: Über die Ville zum Siebengebirge (118 km / 1160 Hm)
Es war der 2. Juni 2023 und ein Freitag als Wilfried und ich diese Rennradtour angingen. Der Wilfried stieg nach kurzer Zeit im Ruhestand voll in die Rennradszene ein und ich war sehr froh, dass er sich immer wieder als Begleiter anbot, wenn ich in die Runde fragte. Ich hatte mir für die Tour etwas Neues überlegt. Den Petersberg hatte ich mit dem Rad schon in Vorjahren allein besucht. Bei dieser Gelegenheit war meine Absicht auch den Drachenfels noch in der Folge mitzunehmen. Man kann oben erkennen, dass das Höhenprofil ungewöhnlich aussieht. Nach einer sehr langen Anfahrt, bei der es nur leicht über die Ville geht, folgen zwei steile Anstiege und dann wieder eine lange Rückfahrt.
Über Lechenich, Bliesheim und Weilerswist rollten wir uns ein, ehe es über Wirtschaftswege leicht auf den Villerücken ansteigt. Hier sahen wir schon klar das Siebengebirge am Horizont. Es war ein schöner sonniger, trockener Tag mit Temperaturen knapp über 20 Grad, als wir Rösberg erreichten. Nach einen kurzen steilen Abfahrt erreichten wir Bornheim mit seinen sehr schlechten Straßenoberflächen. Am Ortsausgang beginnt ein sehr ordentlicher Radweg neben der Bonn-Brühler-Straße. Hier ging es immer geradeaus sehr flüssig nach Bonn hinein. Am Berliner Platz wurde es sehr großstädtig, aber auf den breiten Busspuren schwimmt man mit dem Verkehr, sollte aber die Autos gut im Auge behalten, ehe man auf den Radweg der Kennedy-Brücke abzweigt. Hier ist noch mehr Vorsicht auf die zahlreichen Radfahrer geboten. Direkt hinter der Brücke bogen wir nach rechts auf die Rheinpromenade und erreichten somit auf eine der sehenswertesten Abschnitte der Tour. Links oben sieht man das Chinesische Restaurant Boot mit der Kennedy-Brücke im Hintergrund und darunter den Blick über den Rhein auf das Siebengebirge.
Auf dem längeren Abschnitt entlang des Rheins bis Königswinter sind Fußweg und Radweg erfreulicherweise sehr konsequent getrennt. Nur bei Oberkassel kommen die Wege kurz zusammen, allerdings ist die gemeinsame Promenade hier sehr breit. Der ganze Abschnitt war bis Königswinter wunderbar zu befahren und bietet viel abwechslungsreiche Ausblicke (Telekom Tower, Alter Bundestag, Wasserwerk,..). Mitten in Königswinter bogen wir nach links auf die Ferdinand-Mühlens-Straße ab und nun ging es kontinuierlich bergauf, erst auf der Straße, dann auf dem Radweg neben der Straße, bis die Privatstraße zum Petersberg nach links abzweigte. Der nun folgende Anstieg hatte es in sich. Es waren zwar nur knapp 2 km, aber gerade zu Beginn und oben heraus waren gut 16 % Steigung zu absolvieren. Wir mussten beide am Anschlag fahren, Wilfried noch etwas mehr als ich, da er doch noch etwas schwerer war. Aber wir haben es fluchend geschafft und strahlten oben am Steigenberger Hotel, dem ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung, ehe man sich nach Berlin absetzte. Wir genossen kurz den Blick uns stellten uns der nächsten Herausforderung, der Abfahrt.
Die sollte man nicht unterschätzen, teils sehr enge Kurven, nicht alles gut einsehbar, kräftiger Bremseinsatz zwingend notwendig. Dann fuhren wir ein kurzes Stück die Straße in Richtung Königswinter zurück, um dann auf die Drachenfelsstraße nach links abzubiegen. Es handelt sich um eine Anliegerstraße auf der auch etliche Wanderer unterwegs sind. Ich hatte sie mir schlimmer vorgestellt. Es gab ein paar kurze Schotterabschnitte und kurz vor dem Plateau ist es recht steil, aber in der Summe deutlich leichter zu befahren als die Petersbergstraße. Oben angekommen wurde es sehr touristisch, und das zu Recht. Der Blick auf den Rhein von diesem steilen Felsen aus ist sehr beeindruckend. Nach einer kurzen Photopause ging es auf den Heimweg. Diese hatte ich nach der Rückfahrt in Richtung Bonn über die schöne rechtsrheinische Rheinpromenade, ab Bonn linksrheinisch bis kurz vor Wesseling geplant. Der Radweg direkt am Rhein ist immer noch sehr schmal und ordentlich von Radfahrern und Fußgängern frequentiert.
Über Widdig, Keldenich und Berzdorf steuerten wir Brühl an, welches ja erfahrungsgemäß sehr gut zu durchfahren ist. Es folgte der längere moderate Anstieg auf die Ville zur Luxemburger Straße. Dieser folgten wir bis Liblar, um ab dort über Köttingen und Brüggen, Gymnich anzusteuern. Es war eine eher ungewöhnliche, aber sehr abwechslungsreiche Radtour, nichts um hohe Durchschnitte zu fahren. Dafür gab es viel zu viele Ampeln und begleitenden und kreuzenden Verkehr, der viel Aufmerksamkeit erforderte. Aber wie auch die anderen langen Touren dieser Serie, fühlte es sich an, wie ein Tag Urlaub.
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Bildergalerie aller Touren
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